Written by 11:11 Trailrunning • 15 Kommentare

Warum ich auf Mittelfußlauf umstelle und was es dabei zu beachten gibt.

Meine fast ein Jahr lang andauernden Beschwerden mit dem Läuferknie, haben mich auf vielfältige Art zum Überdenken meines Trainings bzw. meines Laufstils gebracht. Zwei Laufstilanalysen hatte ich bereits hinter mir. Oberflächlich betrachtet gab es keine großen Auffälligkeiten. Ein ganz leichter Hang zu O-Beinen, ein leichter Hang zum Overcrossing. Das war`s.

Es gab eigentlich nie einen großen Grund etwas umzustellen. Eigentlich…

Durch das Läuferknie hab ich aber bemerkt, dass irgendetwas schief läuft und offensichtlich nur bei sehr hohen Umfängen oder längerem Training zum Vorschein kommt. Außerdem wollte ich natürlich zukünftige Verletzungen vermeiden und um Gottes Willen verhindern, dass mein Läuferknie wieder kommt.

Marius Förster (Marsendurance) hat mich während einer Laufstilanalyse mit der Thematik Mittelfuß- bzw. Vorderfußlaufen vertraut gemacht. Er war der erste, der mich als Läufer betrachtet hat. Und mir dann auch ein entsprechend professionelles Feedback zur Verbesserung meines Stils und damit einhergehend zur Prophylaxe für Verletzungen gegeben hat. Dass ich damit auch schneller werden könnte, nahm ich als „Nebeneffekt“ gerne mit.

Marius ist Arzt. Und hat damit einen profunden Hintergrund und außerdem eine sehr ganzheitliche Sichtweise auf die Prozesse im Fortbewegungsapparat des Menschen. Er bietet neben Coaching und Training auch Yoga-Kurse an. Ich empfand die 1,5 Stunden mit Marius als sehr angenehm und habe viel an Wissen und Gespür für meine Laufbewegungen mitgenommen. Er empfahl mir auch eine sachte und langsame Umstellung auf das Mittelfußlaufen. Bisher war ich klassischer Fersenläufer mit allen seinen Nachteilen und Belastungen für den Bewegungsapparat.

Wie aber steige ich auf Mittelfußlauf um?

Beim Mittelfußlauf setze ich den Fuß zuerst mit dem Ballen auf und nicht mit der Ferse. Die Dämpfung wird von der unteren Beinmuskulatur übernommen. Der Körperschwerpunkt wandert mehr über die Füße. Das geht anfangs natürlich mit einer erhöhten Belastung für die Achillesferse und der Wadenmuskulatur einher. Deshalb sollte der Umstieg langsam erfolgen.

  • Unterstützt wird die Umstellung durch Lauf-ABC-Übungen. Anfersen, Trippelschritte, etc.. Diese sollten am Anfang eines jeden Trainings eingebaut werden.
  • Immer wieder mal Barfuß auf einem Rasen laufen unterstützt die Bewegung des Mittelfußlaufens.
  • Ihr solltet in Euren Laufschuhen genügend Gefühl haben, damit Ihr den Fuß gut mit den Ballen aufsetzen könnt.
  • Die Steigerung pro Woche sollte sehr moderat sein. Lauft in der ersten Woche 2-3 km mit dem Mittelfuß und steigert dies langsam pro Woche um einen km, damit sich die Wadenmuskulatur und die Achillessehne langsam an die neuen Belastungen gewöhnen kann.

Eine Umstellung dauert in der Regel ca. 6 Monate.

Was ändert sich?

Das Gefühl mit dem Mittelfuß zu laufen ist sehr viel angenehmer. Der Fuß wird in der Regel softer auf dem Boden aufgesetzt. Ich hatte anfangs auch das Gefühl viel schneller und leichter zu laufen. Lasst Euch dadurch nicht dazu verleiten, dass Training mit dem Mittelfuß zu überziehen. Ich habe es bis jetzt nicht bereut und bin froh, ein neues Laufgefühl gewonnen zu haben.

Seid Ihr auch schon umgestiegen? Wie sind Eure Erfahrungen mit der Umstellung auf Mittelfußlauf?

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Schlagwörter: Last modified: 24. Juni 2022
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